. .

Bergbaugeschichte

Mittelalter

Der Beginn des Bergbaus in Ramsbeck lässt sich nicht eindeutig datieren. Eine langgehegte Vermutung, dass schon in vorchristlicher Zeit in Ramsbeck Bergbau betrieben wurde, ist wissenschaftlich nicht belegt.
Vermutet wird der Beginn des Ramsbecker Bergbaus gegen Ende des Hochmittelalters im 11./12. Jahrhundert. Zeugnis hierfür ist der 200 Meter oberhalb von Ramsbeck im Bastenberg gelegen Venetianerstollen. Angelegt wurde er vermutlich von Venetern, einem Volksstamm, der ursprünglich in den Ostalpen zu Hause war. Der Venetianerstollen kann nicht besichtigt werden, jedoch ist ein Blick durch das Sicherungsgitter ins Innere möglich. Zu erreichen ist er über den Bergbauwanderweg, 6. Station. http://foerderverein-sauerlaender-besucherbergwerk.de/homepage_foerderverein_031.htm


Frühe Neuzeit

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Ramsbeck fällt in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts, als in einem Schätzungsregister der Ort Ramsbeck auftaucht. Der Bergbau wurde erstmals im Jahre 1518 urkundlich erwähnt. Dem Hammerschmied Gödert Meiworm wurde in diesem Jahr einen Belehnung bei Assinghausen erteilt.
Aus der Bergordnung des kurkölnischen Erzbischofs Anton vom 15. Februar 1557 lässt sich schließen, dass die Ramsbecker Bergwerke im Herzogtum Westfalen schon eine besondere Bedeutung besessen haben mussten. Zwei Jahre später im Jahr 1559 bekommt Ramsbeck die Bergfreiheit verliehen.
Während des 30 jährigen Krieges kam der Bergbau in Ramsbecker zum Erliegen, sodass die nächste Erwähnung des Ramsbecker Bergbaus erst im Jahre 1668 erfolgte.
In dieser Zeit wird auch das Interesse der Kölner Kurfürsten am Ramsbecker Bergbau immer größer. Der Kurfürsten Maximilian-Heinrich hielt sich häufig im Ramsbeck auf und ließ die meisten seiner Taler aus Ramsbecker Silber prägen.
Im Jahre 1759 bestand die kurkölnische Bergordnung 200 Jahre. Kurfürst Clemens-August ließ aus diesem Anlass den berühmten Ramsbecker Ausbeutetaler prägen.


18. Jahrhundert und 1. Hälfte des 19 Jahrhunderts

Ende des 18. Jahrhunderts/Anfang des 19. Jahrhunderts hatten die Ramsbecker Gruben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Auch die Zersplitterung in viele kleine einzelne Betriebe hemmte die weitere wirtschaftliche Entwicklung.1815 schlossen sich deshalb die Grubenbesitzer zur Ramsbecker Gewerkschaft zusammen. 1835 wurde die Ramsbecker Bleihütte wieder aufgebaut und elf Jahre später ein Pochwerk errichtet. Die Größe der gesamten Belegschaft dürfte in dieser Zeit max. 100 Mann betragen haben. Trotz aller Anstrengungen blieb der wirtschaftliche Erfolg aus.
Seltsamer Weise verbreitete sich gegen Ende der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Gerücht, dass die Ramsbecker Gruben reich an Erzen waren. In der Folge erwarb 1850 der Rheinisch-Westfälische Bergwerksverein die Ramsbecker Gewerkschaft. Die neuen Besitzer ersetzten die bestehenden Anlagen durch neue. Zu dieser Zeit bestanden 40 Gruben aus denen in der Zeit von 1850 bis 1853 rd. 1.400 t Zinkerze, 1.200 t Bleierze und 250 t Schwefelkies gefördert wurden. Doch auch diese Mengen reichten für eine wirtschaftliche Fortführung nicht aus.